Text zitiert aus dem
Buch "Reisen im
Land der Pagoden".
Die Erlöse aus dem
Verkauf des Buches
kommen unserem Verein zu
Gute.
Weitere Informationen hierzu unter "Helfen"
Myanmar − Land & Leute
Ein umfassender Überblick soll hier nicht erfolgen, das bleibt Reiseführern und -berichten vorbehalten.
Über die aktuellen Entwicklungen im Land ist in jüngster Zeit etliches in den Medien berichtet worden.
Als kleinen Einstieg in das unbekannte Land Myanmar folgt hier ein Auszug aus dem Buch von Klaus Schröder, dem
Gründer des Vereins, der seine Erlebnisse etlicher Reisen schildet:
"Trotz der sehr prekären politischen Verhältnisse − fehlende Demokratie, Unterdrückung der Opposition und Boykottaufrufe − beschloss ich, mich auf das Abenteuer Myanmar einzulassen, mir auf der Grundlage eigener Beobachtungen, Begegnungen und persönlicher Gespräche mit den Menschen dort ein unabhängiges Urteil zu bilden.
In den vergangenen fünf Jahren habe ich fünf Reisen nach Myanmar unternommen, und was ich zu sehen bekam, war ein erstaunlich
vielfältiges, unglaublich schönes Land, das sich von Norden nach Süden über mehr als zweitausend Kilometer erstreckt,
mit alpinen Vorbergen, hohen Gebirgen und Hochplateaus, tropischen Regenwäldern, breiten Flüssen und ausgedehnten Deltas,
tiefen Tälern, wüstenähnlichen Gegenden und einer langen tropischen Küste, der Tausende kleiner Inseln vorgelagert sind.
So beeindruckend die Ausmaße dieses größten Landes im kontinentalen Südostasien auch sein mögen, hat mich doch vor
allem der physiogeographische und biologische Reichtum fasziniert.
Aber es gibt noch ein anderes bemerkenswertes Charakteristikum: Die Vielzahl von ethnischen Gruppen, deren
Gebräuche und Trachten. Obgleich das Volk der Burmanen besonders im Herzen des Landes die überwiegende Mehrheit
bildet, sind in den Grenzgebieten etwa sechzig Stämme mit mehr als zweihundert Sprachen und Dialekten zu Hause.
Während meines Aufenthalts am und um den prachtvollen Inle See kam ich mit mehreren Volksgruppen zusammen, darunter Shan,
Intha, Pa-O, Danu, Palaung, Burmanen und Chinesen.
Insgesamt sind die Einwohner von Myanmar − sowohl die ethnischen Burmanen als auch die Minderheiten − offen
und gastfreundlich. Die meisten sprechen, wenn überhaupt, nur gebrochen Englisch, aber sobald die Sprachbarriere überwunden
ist, nehmen sie den Kontakt mit Fremden gerne wahr. Ich hatte den Eindruck, daß ihre Hauptsorge die Entwicklung ihres kleinen
Geschäfts oder ihrer Landwirtschaft ist und ihr größter Wunsch eine höhere Schulbildung für die Kinder.
Trotz aller Armut und Rückständigkeit hat Myanmar eine Alphabetisierungsquote von weit über 70 Prozent.
Obgleich es christliche, muslimische und hinduistische Minderheiten gibt, ist Myanmar ein vom Buddhismus
geprägtes und durchdrungenes Land. Tausend Jahre Buddhismus haben unzählige religiöse Bauwerke − Tempel, Stupas oder Klöster
− hervorgebracht, von denen Bagan allein mehr als 2000 versammelt. Viele andere historisch und archäologisch
interessante Stätten finden sich in Mandalay, Inwa, Amarapura, Sagaing, Pindaya und Mrauk U.
Der Buddhismus inspiriert auch die farbenfrohen Jahresfeste, wie das landesweit gefeierte Lichterfest oder,
auf der lokalen Ebene, das pittoreske Phaung Daw U Fest.
Die Infrastruktur des Landes steckt zwar noch in den Anfängen, ist aber in Grundzügen vorhanden, so dass
Unterbringung und Fortbewegung kein wirkliches Problem darstellen. Ich habe mich einer der vielen privaten
Reiseagenturen in Yangon bedient, die alle notwendigen Arrangements für mich getroffen hat. Außer manchen
neuen Hotels unterschiedlicher Qualitäts- und Preisklassen gibt es vielerorts günstige Guest Houses. Wo immer
ich Gast war, waren freundliche Angestellte mir bei der Organisation der Weiterreise mit den verschiedenen
Verkehrsmitteln behilflich, sei es per Flugzeug, Eisenbahn, Bus, Schiff oder Fähre. Für kürzere Entfernungen
habe ich meist Taxis, Boote, Kanus, Pferdewagen, Rikschas oder Fahrräder benutzt. [...]"