Tätigkeiten des Vereins
Hygienemaßnahmen und Gesundheitsvorsorge
Kranke Kinder kann man nicht ausbilden, deshalb müssen wir zuerst einmal die Kinder gesund machen. Kontaminiertes Trinkwasser ist ein Grundübel in allen Entwicklungsländern und so auch in Myanmar. Wir lassen daher zuerst Tiefbrunnen bohren und legen Wasserversorgungssysteme mit Tanks und Leitungen an. Wir bauen Küchen, Waschräume und Toiletten, die an ein Abwassersystem mit Senkgrube angeschlossen sind.
Alle drei Heime verfügen über eine kleine Klinik, die von für
einige Stunden in der Woche von burmesischen Ärzten und Krankenschwestern betreut werden. Unser
burmesisches Gesundheitsteam (eine Ärztin und ein Fachmann für Gesundheitswesen), das von den drei
Heimen vierteljährliche Krankenstatistiken erhält, hat alle Kinder interviewt und untersucht, gibt
Seminare in Hygiene und Gesundheitsvorsorge und kontrolliert die Heime regelmäßig.
Die häufigsten Krankheiten waren Wurmbefall, Hautkrankheiten und Durchfall, aber auch
(je nach Gebiet) Typhus, Lungenentzündung, Malaria, Denguefieber und TB. Durch unsere Maßnahmen
konnten wir die Krankheitsfälle in allen drei Heimen drastisch und nachhaltig senken.
Unser Verein unterstützt die gesundheitlichen und ärztlichen Maßnahmen mit einer jährlichen Spende.
Schule und Ausbildung
Die schulischen Maßnahmen umfassen den Besuch von Kindergärten, Grund, Mittel- und Oberschulen,
Abiturvorbereitungen und den Besuch von Hochschulen. Als wir im Jungenheim anfingen, besuchte ein Junge
eine Universität; heute studieren zahlreiche Jungen und Mädchen an verschiedene Hochschulen.
Leider gehen unsere Jugendlichen auf schlechte staatliche Mittel- und Oberschulen, so dass wir sie zwei Jahre
lang mit Sonderunterricht und speziellen Lehrern auf das Abitur, das über den Zugang zu Universitäten
entscheidet, vorbereiten müssen. Unsere Kinder sind auch dadurch benachteiligt, dass sie oft erst
später in unsere Heime kommen und dass sie zu dem Zeitpunkt zwar ihre Stammessprache gut, die
Nationalsprache Burmesisch aber nur unzureichend sprechen.
Wir lassen die Kinder und Jugendlichen in Englisch und PC Anwendungen unterrichten, wofür
Sprachlabore und PC Trainingsräume eingerichtet worden sind.
Zwei unserer älteren Jungen arbeiten als Computer Spezialisten (Systems Engineers) bei
einer Tochtergesellschaft der Merck KGaA in Singapur. Beide sind Kinder von verstorbenen Bergbauern
und kommen aus dem Shan Hochland. Ihre Ausbildung stellt sicher, dass sie nicht mehr in die Armut
zurückkehren werden.
Im Mädchenheim in Kyaiklat haben wir eine Lehrwerkstatt für Schneiderei eingerichtet,
die recht erfolgreich ist. Im Kani Jungenheim wurde eine Lehrwerkstatt für Dieselmotoren, wie sie in der Landwirtschaft
und der Fischerei eingesetzt werden, eröffnet. Wir wollen die praktische Ausbildung noch ausweiten,
weil Jugendliche mit einer solchen Ausbildung gute Chancen auf einen angemessenen Arbeitsplatz haben.
Alle drei Heime haben einen Education Fund eingerichtet, den wir jährlich unterstützen.
An zwei Heimen konnten wir pensionierte burmesische Lehrer als Educator, verantwortlich für alle schulischen
und Ausbildungsmaßßnahmen, einstellen lassen. Zwei unserer Heime verfügen über eigene
Grundschulen, die auch von Kindern aus der Nachbarschaft, die sich die staatlichen Schulen nicht leisten können,
besucht werden. In der Kin Ywa Grund- und Mittelschule in Mawlamyine werden 500 Kinder aus der angrenzenden
Armenviertel unterrichtet und gesundheitlich betreut. Der Schulbesuch in unseren Schulen ist natürlich kostenlos.
Mikrokredite
Unser Verein vermittelt Mikrokredite an Ehemalige, die sich selbständig machen wollen. Die Mittel werden von zwei unserer Förderer dem Jungenheim in Mandalay direkt zur Verfügung gestellt, das auch die Rückzahlungen überwacht.
Bisher hat das Waisenhaus vier Kredite vergeben. Einer davon ging an unseren Ehemaligen, Khun Kyaw Khang,
der an dem neuen Pan-Asian Highway, östlich von Taunggyi, eine kleine Tankstelle mit Gemischtwarenladen
eingerichtet. Hinter dem Haus hat er eine Mango Plantage angelegt. Das dazu notwendige Wasser bezieht er
von einem nahen Gebirgsbach, der ihm nach Einbau einfacher Anlagen jetzt auch noch mit Strom versorgt.
Alles im Eigenbau und mit einfachsten Mitteln. Das Geschäft läuft so gut, dass er in 2012 mit
der Rückzahlung des Kredites beginnen wird.

Die Tankstelle und Khun Kyaw Khang mit Familie.
Der zweite Kandidat war ein sehbehinderter Junge aus dem Waisenhaus in Mandalay, der schließlich dem
Unterricht nicht mehr folgen konnte und in sein Heimatdorf östlich des Inle Sees und zu seinen
Großeltern zurückkehrte. Er wollte Bauer werden, wofür ihm sein Großvater kostenlos Land
zur Verfügung stellte. Wir haben ihm mit einem Kredit in Höhe von US$ 1.000 geholfen, damit er sich einen
chinesischen Kleintrecker, Saatgut und Düngemittel kaufen konnte. Jetzt baut er Knoblauch und Zwiebeln an.