Tätigkeiten des Vereins
Hygienemaßnahmen und Gesundheitsvorsorge
Kranke Kinder kann man nicht ausbilden, deshalb müssen wir zuerst einmal die Kinder gesund machen. Kontaminiertes Trinkwasser ist ein Grundübel in allen Entwicklungsländern und so auch in Myanmar. Wir lassen daher zuerst Tiefbrunnen bohren und legen Wasserversorgungssysteme mit Tanks und Leitungen an. Wir bauen Küchen, Waschräume und Toiletten, die an ein Abwassersystem mit Senkgrube angeschlossen sind.
Alle drei Heime verfügen über eine kleine Klinik, die von für
einige Stunden in der Woche von burmesischen Ärzten und Krankenschwestern betreut werden. Unser
burmesisches Gesundheitsteam (eine Ärztin und ein Fachmann für Gesundheitswesen), das von den drei
Heimen vierteljährliche Krankenstatistiken erhält, hat alle Kinder interviewt und untersucht, gibt
Seminare in Hygiene und Gesundheitsvorsorge und kontrolliert die Heime regelmäßig.
Die häufigsten Krankheiten waren Wurmbefall, Hautkrankheiten und Durchfall, aber auch
(je nach Gebiet) Typhus, Lungenentzündung, Malaria, Denguefieber und TB. Durch unsere Maßnahmen
konnten wir die Krankheitsfälle in allen drei Heimen drastisch und nachhaltig senken.
Unser Verein unterstützt die gesundheitlichen und ärztlichen Maßnahmen mit einer jährlichen Spende.
Schule und Ausbildung
Die schulischen Maßnahmen umfassen den Besuch von Kindergärten, Grund, Mittel- und Oberschulen,
Abiturvorbereitungen und den Besuch von Hochschulen. Als wir im Jungenheim anfingen, besuchte
ein Junge eine Universität; heute studieren 27 Jungen und 16 Mädchen an verschiedene Hochschulen.
Einer unserer älteren Jungen arbeitet als Computer Spezialist (Systems Engineer) bei einer
Tochtergesellschaft der Merck KGaA in Singapur. Seine verschollenen Eltern waren Bergbauern,
die wahrscheinlich weder Lesen noch Schreiben konnten. Ihr Sohn wird nicht wieder in die
Armut zurückkehren.
Das Kochen muss man den Mädchen und Jungen nicht beibringen; das können sie bereits,
denn sie kochen täglich für alle Mädchen (130) und Jungen (200).
Wir lassen sie in Englisch und PC Anwendungen unterrichten, wofür Sprachlabore und PC Trainingsräume
eingerichtet worden sind.
Leider gehen unsere Jugendlichen auf schlechte staatliche Mittel- und
Oberschulen, so dass wir sie zwei Jahre lang mit Sonderunterricht und speziellen Lehrern auf das Abitur,
das über den Zugang zu Universitäten entscheidet, vorbereiten müssen. Unsere Kinder sind auch dadurch
benachteiligt, dass sie oft erst später in unsere Heime kommen und dass sie zu dem Zeitpunkt zwar ihre
Stammessprache gut, die Nationalsprache Burmesisch aber nur unzureichend sprechen.
Im Mädchenheim haben wir noch eine Lehrwerkstatt für Schneiderei eingerichtet, die recht erfolgreich ist.
Alle drei Heime haben einen Education Fund eingerichtet, den wir jährlich
unterstützen. An zwei Heimen konnten wir pensionierte burmesische Lehrer als Educator, verantwortlich
für alle schulischen und Ausbildungsmaßnahmen, einstellen lassen. Zwei unserer Heime verfügen über eigene
Grundschulen, die auch von Kindern aus der Nachbarschaft, die sich die staatlichen Schulen nicht leisten
können, besucht werden. Der Schulbesuch in unseren Schulen ist natürlich kostenlos.
Mikrokredite
Seit kurzem unterstützen wir unsere Abgänger, die sich selbständig machen wollen, mit Mikrokrediten; Kredite mit geringem Zinssatz, die langfristig zurückgezahlt werden müssen.
Unser erster Kandidat hat auf der Ostseite des Inle Sees in Mainthawk direkt am See ein Café mit
einem General Store eröffnet. Vielleicht besuchen Sie einmal Khun Aung Thar und sein Lakeview Café
in Mainthawk. Dort findet alle fünf Tage der große Markt statt; der Ort ist übrigens ein guter
Ausgangspunkt für Wanderungen in den Bergen. Der junge Mann kann Ihnen Auskunft geben oder Sie begleiten.
Der zweite Kandidat war ein sehbehinderter Junge aus dem Waisenhaus in Mandalay, der schließlich
dem Unterricht nicht mehr folgen konnte und in sein Heimatdorf östlich des Inle Sees und zu seinen
Großeltern zurückkehrte. Er wollte Bauer werden, wofür ihm sein Großvater kostenlos Land zur Verfügung
stellte. Wir haben ihm mit einem Kredit in Höhe von US$ 1.400 geholfen, damit er sich einen chinesischen
Kleintrecker, Saatgut und Düngemittel kaufen konnte. Jetzt baut er Knoblauch und Zwiebeln an.
Der dritte Kandidat (besser Kandidatin) wird wohl eine junge Frau aus dem Mädchenheim sein, die eine
kleine Schneiderei in Mandalay einrichten möchte.